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Erdbeben in Haiti: Teams der Emergency Response Unit (ERU) arbeiten unermüdlich weiter

26 Oktober 2021

Seit einem Monat hilft das zweite ERU-Team unter der Leitung von Brice Goedert tagtäglich den Opfern des Erdbebens, das Haiti im vergangenen August heimgesucht hat. Als Nachfolger des ersten ERU-Teams, das bereits zahlreiche Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen auf sehr effiziente Weise durchgeführt hatte, sahen sich die humanitären Helfer mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Durch das Erdbeben hervorgerufene Felsrutsche verursachten zusätzliche Schäden, darunter die Zerstörung mehrerer Häuser.

Deshalb begannen die Einsatzkräfte damit, in vielen schwer zugänglichen Dörfern und Bergregionen von Tür zu Tür zu gehen, um die Betroffenen zu ermitteln und die Schäden zu bewerten. Nachdem die ERU und das Haitianische Rote Kreuz die am stärksten betroffenen Gebiete und die am meisten gefährdeten Menschen ermittelt hatten, bildeten sie Freiwilligenteams und verteilten Kits mit Hygieneartikeln, Küchenutensilien, einer Plane, einem Werkzeugsatz für Unterkünfte, zwei Decken, zwei Moskitonetzen, zwei Kanistern und einem Eimer mit trockenen Lebensmitteln. Diese Kits haben sich als äußerst nützlich erwiesen, wie die im Nachhinein durchgeführten Zufriedenheitsumfragen zu den von den Begünstigten erhaltenen Hilfspaketen ergaben. Aus diesen ging hervor, dass alle Empfänger das gesamte Kit verwenden oder es mit ihren Nachbarn bzw. ihrer Familie teilen!

Gleichzeitig organisieren die Helfer tägliche Nachbesprechungen mit den Teams, Schulungen für Freiwillige und Dorfbewohner, sowie Covid-Impfungen für lokale Mitglieder. Abends konzentrieren sie sich vor allem auf Verwaltungsaufgaben und die Planung der nächsten Unterstützungsmaßnahmen.

Das erste ERU-Benelux-Team, ebenfalls bestehend aus vier Mitgliedern, flog am 20. August, wenige Tage nach dem Erdbeben, nach Haiti, um den Opfern im Rahmen der Aktionen des IFRC und des Haitianischen Roten Kreuzes zu helfen. In einigen der am schlimmsten betroffenen Gebiete, wie z. B. Camp Perrin, waren sie das allererste ausländische Hilfsteam vor Ort.

„Zuerst haben wir festgestellt, dass in vielen Dörfern alles völlig zerstört war und die Menschen in erster Linie Nahrung und Unterkünfte benötigten”

Myriam Jacoby, 1. Teamleiterin ERU-Team

Myriam Jacoby, Teamleiterin dieses ersten ERU-Teams, erläutert den Ablauf dieses Notfalleinsatzes: „Der erste Schritt war ein Treffen mit dem regionalen Roten Kreuz vor Ort, das uns über den Bedarf an Material und allgemeiner Unterstützung durch unser ERU-Team informierte. Anschließend begaben wir uns direkt vor Ort, um mit Hilfe des örtlichen Roten Kreuzes die vom Erdbeben am stärksten betroffenen Orte, die am meisten gefährdeten Menschen und den größten Bedarf zu ermitteln. Zuerst haben wir festgestellt, dass in vielen Dörfern alles völlig zerstört war und die Menschen prioritär Nahrung und Unterkunft brauchten. Wir haben also direkt mit der Verteilung von Kits begonnen, damit die Familien etwas zu essen haben und sich Not-Unterkünfte bauen können.

Die Teams leisten auch heute noch Hilfe in den betroffenen Gebieten Haitis. Für weitere Informationen zu ihren täglichen Aktionen folgen Sie ihnen auf folgender Facebook-Seite: https://www.facebook.com/groups/humanitarianaid.redcross.lu/


Kontext

Am 14. August wurde Haiti von einem Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert, das vor allem im Süden des Landes schwere Schäden verursachte. Die Zahl der Todesopfer war sehr hoch: mehr als 2 207 Menschen wurden als tot und mehr als 12 268 als verletzt gemeldet. Das Luxemburgische Rote Kreuz entsandte sofort sein Notfallteam, die ERU, um den Freiwilligen vor Ort und den Opfern der Katastrophe Hilfe zu leisten.