20 März 2026
Der 21. März, der Internationale Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung, bietet Anlass daran zu erinnern, dass Diskriminierung weiterhin eine sehr reale Herausforderung darstellt – auch in Luxemburg.

Beim Luxemburger Roten Kreuz entwickelt das Projekt REVEIL, getragen vom LISKO, Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen zur Prävention von Diskriminierung und zur Förderung einer inklusiveren Gesellschaft. Wir haben Cécile Jérouville, Koordinatorin für Schulungen, Sensibilisierung und das Projekt REVEIL, drei Fragen gestellt.
1 – Welche Formen von Diskriminierung beobachten Sie am häufigsten in Ihrer Arbeit im Feld, und wie reagiert REVEIL darauf?
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden an unseren Schulungen zeigen, dass rassistische Diskriminierung besonders häufig beim Zugang zu Wohnraum, Bildung – insbesondere bei der schulischen Orientierung – und Beschäftigung auftritt. Dies bestätigt auch die Ergebnisse der 2022 durchgeführten Studie über Rassismus in Luxemburg von Cefis und LISER. Oft handelt es sich nicht um offen feindselige Handlungen, sondern eher um Mikroaggressionen oder kulturelle Missverständnisse.
Die Schulungen des Projekts REVEIL zielen zunächst darauf ab, den Teilnehmenden zu helfen, solche Situationen zu erkennen. Wir schaffen einen Raum für Dialog über Interkulturalität, Rassismus und die Herausforderungen des Zusammenlebens. Durch Austausch, praktische Übungen und konkrete Werkzeuge lernen die Teilnehmenden außerdem, wie sie in sensiblen Situationen reagieren können.
2 – Welche Rolle können Bürgerinnen und Bürger im Alltag spielen, um Diskriminierung zu verringern?
Jede und jeder kann als Verbündete*r handeln. Das beginnt damit, betroffene Personen zu unterstützen und Solidarität zu zeigen, zum Beispiel indem man den Aussagen von Betroffenen zuhört, ohne sie zu relativieren oder in Frage zu stellen.
Wichtig ist auch, die Person, die diskriminiert, darauf anzusprechen und sie dazu zu bringen, über ihr Verhalten nachzudenken. Gleichzeitig können Betroffene an Unterstützungsstellen wie das Zentrum für Gleichbehandlung oder an NGOs verwiesen werden. Am Arbeitsplatz können wir zudem Führungskräfte und Personalabteilungen dazu ermutigen, solche Situationen ernst zu nehmen und zu handeln.
3 – Welche Botschaft möchten Sie Menschen mitgeben, die Diskriminierung erleben, aber nicht darüber sprechen möchten?
JViele Betroffene melden rassistische Diskriminierung nicht – aus Angst, aus Informationsmangel oder weil sie glauben, dass es nichts ändern würde. Dennoch ist es wichtig, nicht allein zu bleiben.
In unseren Schulungen sehen wir, dass viele Menschen bereit sind zuzuhören und Betroffene zu unterstützen.
Das Projekt REVEIL ist eine vierjährige Initiative (2025–2028), unterstützt vom Ministerium für Familie, Solidarität, Zusammenleben und Aufnahme und kofinanziert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union.
Es wird umgesetzt von der International Organization for Migration (Belgien und Luxemburg), dem LISKO-Dienst des Luxemburger Roten Kreuzes sowie dem Centre for Education and Dialogue Luxembourg.



