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Häusliche Gewalt

Die häusliche Gewalt umfasst sehr viele Arten von Gewalt:

  • Körperliche Gewalt

ohrfeigen, schlagen, stoßen, rütteln, verbrennen, einsperren… und töten; aber auch Geschirr zertrümmern, Möbel umwerfen, Pflege und Hygiene entziehen usw.

  • Verbale Gewalt

schreien, beleidigen, beschimpfen, sich rassistisch oder sexistisch äußern usw.

  • Psychologische Gewalt

den anderen privat oder in der Öffentlichkeit demütigen, ihn schlecht machen, herablassend behandeln, ohne Grund kritisieren, überwachen, kontrollieren, soziale Beziehungen mit Freunden oder Familie verbieten; aber auch Drohungen, den andern oder sich selbst umzubringen usw.

  • Indirekte Gewalt

sich an Personen, Objekten oder Tieren vergreifen, die dem andern wichtig sind: verletzen, ablehnen, das Haustier des anderen töten; ein Objekt, an dem der andere hängt, beschädigen, zerstören oder verschwinden lassen; androhen, sich an den Kindern oder Verwandten zu vergreifen usw.

  • Ökonomische Gewalt

die Ausgaben des anderen exzessiv überwachen, ihn daran hindern, sein eigenes Geld zu besitzen, ihm ein eigenes Bankkonto verbieten, ihn daran hindern zu arbeiten usw.

  • Sexuelle Gewalt

den anderen zu Geschlechtsverkehr oder sexuellen Praktiken zwingen, die für ihn erniedrigend oder unerwünscht sind, nicht auf die Bedürfnisse des anderen eingehen usw.

  • … und alle anderen Handlungen, Verhaltensweisen und Äußerungen, die Angst erzeugen.

 

Gesetzgebung

  • Großherzogliche Verordnung vom 24. November 2003 zum Kooperationsausschuss zwischen den Fachleuten im Bereich der Gewaltbekämpfung.

Laden Sie das PDF „Verordnung vom 24.11.2003“ unter folgendem Link herrunter

Règlement grand-ducal 24.11.2003 (FR) (PDF)

 

  • Gesetz vom 8. September 2003 über häusliche Gewalt mit Änderungen

1) des Gesetztes vom 31. Mai 1999 über die Polizei und die Generalinspektion der Polizei

2) des Strafgesetzbuches

3) der Strafprozessordnung

4) der neuen Zivilprozessordnung

Laden Sie sich das PDF „Häusliche Gewalt 08.09.2003“ unter folgendem Link herrunter

Loi Violence Domestique 08.09.2003 (FR) (PDF)

 

Zahlen und Statistiken

Die folgenden Zahlen unterstreichen die Ernsthaftigkeit und das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen in der ganzen Welt. Allerdings zeigen diese Zahlen nicht das genaue Ausmaß dieser schweren Verletzung der Menschenrechte. Sie können nicht als vollständig betrachtet werden und müssen deshalb mit Vorsicht interpretiert werden. Es herrscht ein Mangel an systematischer Recherche und an Statistiken über die Gewalt gegenüber Frauen. Viele Frauen berichten nicht über die Gewalt, deren Opfer sie waren (sie schämen sich, haben Angst, dass ihre Beschuldigungen skeptisch oder ungläubig aufgenommen werden und fürchten sich oft vor erneuten Gewaltakten).

 

Trotzdem:

49.7% der Menschen sind Frauen

Mindestens eine von drei Frauen wurde in ihrem Leben geschlagen oder sexuell missbraucht. In Europa ist schätzungsweise jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt.

Eine von fünf Frauen wird im Laufe ihres Lebens Opfer von (versuchter) Vergewaltigung (OMS-Studie, 1997).

Mehr als 135 Millionen Frauen und Mädchen leiden unter einer Genitalverstümmelung. Jedes Jahr sind 2 Millionen Mädchen dem Risiko ausgesetzt, verstümmelt zu werden (Vereinte Nationen, 2002).

82 Millionen Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Im Jahr 2003 hatten mindestens 54 Länder diskriminierende Gesetzte Frauen gegenüber (Bericht des Sonderberichterstatters der UNO über Frauen).

 

Mehr Information über Gewalt gegen Frauen unter folgendem PDF:

Faits et Chiffres de la Violence faite aux Femmes (FR) (PDF)