Psy-Jeunes

Das Team des „Service psychothérapeutique pour jeunes“ bietet seit 1994 Hilfe und Unterstützung für Kinder und Jugendliche von 12 bis 22 Jahren.

 

Das Angebot richtet sich sowohl an den Jugendlichen selbst, wie auch an sein Umfeld. Die betreuten Personen können sich mit Fragen, die sie beschäftigen, an die Abteilung wenden – im Rahmen des Berufsgeheimnisses, dem jeder unserer Mitarbeiter verpflichtet ist.

Die Abteilung Psy-Jeunes hat sich schwerpunktmäßig auf die Behandlung von Traumata spezialisiert, die sich auf unverarbeitete Ereignisse beziehen und den Jugendlichen physisch oder psychisch belasten oder sich auf seine Selbstachtung auswirken. Solche Auswirkungen können Folgen der Trennung der Eltern, Krankheiten oder Todesfällen von Angehörigen, sowie von psychologischem, physischem oder sexuellem Missbrauch inner- oder außerhalb seines Umfeldes sein.

Das Team von Psy-Jeunes verfügt nicht nur über die Ausbildung zur Psychotherapie mit Jugendlichen, Erwachsenen und Familien, sondern hat sich in den vergangen Jahren auf die Behandlung der Folgen von Psychotraumata spezialisiert. Die Behandlung der Folgen von Traumatisierungen erfolgt in drei Schritten:

 

1. Stabilisierung:

In der ersten Phase wird eine sichere therapeutische Beziehung hergestellt. Spezielle Stabilisierungsübungen helfen den Betroffenen über Vorstellungskraft und Entspannung seine innere Sicherheit wiederzuerlangen (innere Stabilisierung).

Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen so gestaltet, dass die Traumatisierung, die Ausgangspunkt des Leidens des Patienten sind sich nicht wiederholt.

So wird beispielsweise entschieden, wie ein Jugendlicher vor weiteren Misshandlungen und sexuellen Übergriffen geschützt werden kann (äußere Stabilisierung).

 

2. Traumasynthese:

In der zweiten Phase, wird das Ereignis, das das Trauma ausgelöst hat, direkt bewertet. Dabei verwenden die Therapeuten verschiedene Techniken, um so den Jugendlichen dazu zu bringen, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.

EMDR („Eye Movement Desensitiziation and Reprocessing”: Bewertung der Träume durch eine Analyse der Augenbewegungen, die neuropsychologisch zweckdienlich sind) und die Screentechnik sind die am häufigsten angewandten Verfahren. Weitere Verfahren die auch verwendet werden können sind Körpertechniken und Techniken, die auf der Vorstellungskraft beruhen.

 

3. Überprüfung:

In der dritten Phase überprüfen die Therapeuten, ob die Folgen des Trauma verschwunden sind oder ob weitere therapeutische Maßnahmen notwendig sind.

Die Sprechzeiten sind von montags bis freitags von 9:00h bis 18:00 Uhr.

 

Konzept

Die Einschreibung kann vom Jugendlichen selbst, von seinen Eltern oder anderen Familienmitgliedern, sowie von Pädagogen, dem SPOS, Sozialhelfern, Heimen, anderen sozial-pädagogischen Einrichtungen, den behandelnden Ärzten oder dem Jugendgericht durchgeführt werden. Allerdings nimmt sich die Abteilung in manchen speziellen Fällen das Recht zu bestimmen, ob sie den Jugendlichen aufnimmt oder nicht.

Die Therapie ist gratis.

Das Team der Abteilung „Psy-Jeunes” besteht aus:

  • zwei PsychotherapeutInnen
  • eines Ehe- und Familientherapeuten
  • einer psycho-affektiven Helferin
  • einer Psychotherapeutin mit einem europäischen Zertifikat für Psychotherapie (ECP)
  • einer Sekretärin

Das gesamte Team der Abteilung „Psy-Jeunes” nimmt regelmäßig an Weiterbildungen teil, die sich auf besondere psychologische Störungen und spezielle Therapien beziehen.

Ein Anlass sich einzuschreiben kann sein:

  • Störungen in den Beziehungen zu den Mitmenschen zuhause oder im Heim, in der Schule oder zu Freunden bzw. Kollegen
  • Verhaltensstörungen, die sich gegen einen Dritten (Aggression, Regelverstöße) oder gegen sich selbst (Probleme bei der Kontrolle seiner Impulse, Selbstverstümmelung, wiederholtes Schulschwänzen) gerichtet sind
  • Emotionsstörungen (große Instabilität von Emotionen und der Aktivität, Depressionen, Angstzustände, Alpträume, Flashbacks)
  • Verhaltensstörungen die von körperlichen Symptomen begleitet werden (Essstörungen, Schlafstörungen …)

Es gibt viele Gründe für solche Störungen:

  • Trennung der Eltern, Krankheiten oder Todesfälle von Angehörigen
  • Schulischer Misserfolg, Mangel an Selbstvertrauen und Selbstachtung
  • psychologischer, physischer oder sexueller Missbrauch
  • traumatisierende Erfahrungen (z.B. einen schlimmen Unfall miterleben)

Der Jugendliche kann mit der Zeit folgende Auffälligkeiten entwickeln:

  • er schämt sich und fühlt sich schuldig daran, dass seine Eltern sich z.B. scheiden lassen. Manche schirmen sich dann von der Umwelt ab und verschließen sich
  • er entwickelt starke Ängste, die Kontrolle zu verlieren oder zu versagen und vermeidet angstauslösende Situationen (wie z.B.: Prüfungen)
  • er hat Gefühle von Hilflosigkeit, Einsamkeit oder zu nichts zu gebrauchen zu sein und ist manchmal sogar abwesend und apathisch
  • er ist schreckhaft, reizbar und zeigt sich desinteressiert und unkonzentriert
  • Manche Jugendliche haben belastende Gedanken, gegen die sie sich nicht wehren können und die sie an ihr traumatisches Erlebnis erinnern ( Flashbacks)
  • er verletzt sich selbst (z.B. mit Zigaretten oder Rasierklingen)
  • er hat Schlafstörungen und Alpträume
  • er entwickelt Essstörungen
  • er ist unkontrollierbar aggressiv oder hat im Gegenteil mangelndes Durchsetzungsvermögen und wirkt sehr schüchtern usw.