2755

Psy-Jeunes

Das Team des Psy-Jeunes bietet Hilfe und Unterstützung für Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren.


Das Angebot richtet sich sowohl an den Jugendlichen selbst, wie auch an sein Umfeld. Selbstverständlich können sich alle betreuenden Personen mit Fragen an uns wenden. Die Inanspruchnahme des Service erfolgt durch die o.g. Personen und ist freiwillig.

Neben der Behandlung der betroffenen Jugendlichen liegt ein Schwerpunkt der Arbeit in der Kooperation mit den zuweisenden Stellen.

Anmeldung

Die Sprechzeiten sind von montags bis freitags 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
Die therapeutischen und beratenden Gespräche finden in den Räumen des Psy-Jeunes statt.

Je nach Problemstellung und den Möglichkeiten der überweisenden Einrichtung kann der Erstkontakt vor Ort in den hilfesuchenden Einrichtungen stattfinden.

Die Anmeldung kann durch den Jugendlichen selbst erfolgen, durch die Eltern oder andere Familienmitglieder, durch Lehrer, ONE, CPI, SPOS, Assistantes sociales, Kinder- und Jugendheime, Erziehungsanstalten, andere Psychosoziale Einrichtungen und das Jugendgericht. Der Psy-Jeunes wird in dem Fall einen Antrag auf Kostenübernahme an das ONE stellen

Mitarbeiter

Brigitte Weyers (Psychologische Psychotherapeutin; Chargée de Direction)

Manuela Woll (Psychologische Psychotherapeutin)

Christiane Weintzen (Dipl.-Psy, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin i.W.)

Service Psy-jeunes

Die Aufgabe des Service liegt in der psychotherapeutischen Behandlung psychischer Störungen. Die Mitarbeiter verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten und bieten u.a. folgende Psychotherapieverfahren an: Gesprächspsychotherapie, systemische Therapie, Hypnotherapie, Traumatherapie s.u., Entspannungsverfahren, Körpertherapie

Ein besonderer Schwerpunkt des Service Psy-Jeunes ist die Behandlung von nicht verarbeiteten traumatischen oder stark belastenden Ereignissen, die den Jugendlichen an Leib und Leben oder massiv in seinem Selbstwert bedroht haben.

Das kann z.B. geschehen, wenn:

    • Eltern sich trennen
    • nahe Angehörige durch eine schwere Krankheit bedroht werden oder sterben
    • er seelische, körperliche oder sexuelle Misshandlungen erlebt oder erlebt hat.
    • er einen schweren Unfall überlebt hat oder Zeuge davon wird.
    • er in der Schule schlechte Leistungen erbringt oder Mobbing erlebt.

Diese Belastungen können zu folgenden Problemen des Erlebens und Verhaltens der Jugendlichen führen.

  • Starke Schwankungen im Gefühls-und Aktivitätsbereich
  • Antriebslosigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Gefühle von Sinnlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit, eingeschränkte Zukunftsperspektive
  • Sozialer Rückzug
  • Verdacht auf Somatisierung (z.B. vermehrte Bauch,- Kopfschmerzen)
  • Vermeidungsverhalten
  • Negative Kognitionen, Gedanken
  • Spannungsgefühle
  • Aggressives Verhalten bis hin zu Impulskontrollstörungen
  • Flashbacks (Unkontrolliertes Wiedererleben von belastenden Lebenserfahrungen)
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Suizidgedanken oder -versuche
  • Ängste bis hin zu manifesten Angststörungen
  • Zwänge
  • Essstörungen
  • Nichtorganische Schlafstörungen

Die Behandlung

Die Behandlung der Folgen traumatischer Erlebnisse oder anderer belastender Ereignisse erfolgt in drei Schritten:

1. Stabilisierung

Das Ziel der ersten Phase ist eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung. Unterstützend werden Stabilisierungstechniken (z.B. Screentechniken, Imaginationstechniken, Entspannungsverfahren,…) eingesetzt. Sie helfen den Betroffenen ihre innere Sicherheit und innere Ruhe wiederzuerlangen (innere Stabilisierung).

Weiteres Ziel ist die Herstellung einer äußeren Sicherheit (äußere Stabilisierung) zum Schutz des Jugendlichen vor weiteren Misshandlungen, Entwertungen oder sexuellen Übergriffen.

2. Traumasynthese

In der zweiten Phase werden belastende Ereignisse bearbeitet indem verschiedene Techniken zur Durcharbeitung der traumatischen, belastenden Erlebnisse genutzt werden:

      • EMDR (Eye Movement Desensitiziation and Reprocessing) Traumaverarbeitung mit neuropsychologisch wirksamen Stimulierungen
      • Screentechnik, zur Distanzierung von belastenden Erinnerungen mit dem Ziel wieder die Kontrolle über das Erlebte zu erlangen
      • Techniken aus der Körpertherapie

3. Überprüfung

In der dritten Phase wird überprüft, ob alle Folgen des Traumas oder der belastenden Erinnerungen verarbeitet wurden, also keine psychischen Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben mehr bestehen oder ob weitere therapeutische Schritte eingeleitet werden müssen.