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Aufgaben der Sozialämter

Das Sozialamt arbeitet mit Personen, Ämtern und Dienststellen zusammen, die in die Betreuung von Menschen in schwierigen Situationen eingebunden sind. Ziel ist es, aufeinander abgestimmte, abgesprochene und dauerhafte Maßnahmen zu entwickeln, die Armut und soziale Ausgrenzung verhindern und bekämpfen.

Sozialhilfe

Seit dem 1. Januar 2011 spricht das Gesertz, das die Sozialhilfe in Luxemburg regelt, bedürftigen Menschen und ihren Familien ein Recht auf Sozialhilfe zu. Diese Hilfe basiert auf einer kurz-, mittel- oder langfristigen sozialen Begleitung, die durch eine materielle Unterstützung in Form von Sachleistungen oder Geldmitteln ergänzt werden kann.

Die von diesem Gesetz vorgesehene Sozialhilfe ist von palliativer, kurativer oder vorbeugender Natur. Sie dient als zusätzliche Maßnahme zu Sozial- und Finanzleistungen, die von anderen Gesetzen oder Regelungen vorgesehen sind, die der Begünstige zunächst ausschöpfen muss. In anderen Worten ist die Zielgruppe dieses Gesetzes der Personenkreis, der durch das soziale Netz unserer Gesellschaft gefafallen ist. Diesen Menschen soll geholfen werden wieder in angemessenen und würdigen Verhältnissen zu leben. Deshalb wird alles getan, um die schwierige Situation zu diagnostizieren, zu verbessern und eine Verschlimmerung zu verhindern.

 

Empfänger und Funktionsweise

Ob es sich um Probleme handelt, die mit einer Scheidung verbunden sind, mit dem Verlust des Arbeitsplatzes, mit Probleme bei der Wohnungssuche, Überschuldung, dem Tod eines Partners oder der Suche nach einer Auffangstruktur, die Sozialarbeiter können eine individuelle Hilfe anbieten, die auf einer genauen Bewertung der Lage des Antragsstellers basiert.

Die Begünstigten der Sozialhilfeleistungen dürfen weder privilegiert noch vernachlässigt sein. Es geht lediglich um die Gleichbehandlung bedürftiger Personen, den Respekt und die Würde dieser Menschen. Hauptzweck der Hilfe ist es somit, den bedürftigen Personen ein würdevolles Leben zu ermöglichen und ihnen Zugang zu den Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten, die sie benötigen. So sollen sie während dieser schwierigen Situation selbstständig werden oder bleiben.

Jedes neu eingerichtete Sozialbüro wird von einem Vorsitzenden sowie einem Verwaltungsrat geleitet, der nach Beratung mit den Sozialarbeitern und in Anbetracht der Besonderheiten des Antrags seine Entschlüsse trifft.

Die Sozialarbeiter der Sozialbüros haben eine allgemeine Ausrichtung und sind während des Bereitschaftsdienstes sowie bei den Personen zuhause tagtäglich mit sozialen, gesetzlichen, gesundheitlichen, pädagogischen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.

 

Die Hilfen und Unterstützungen die von den Sozialbüros geleistet werden, können wie folgt beschrieben werden:

  • Den Kunden beim Zugang zu den gesetzlichen Leistungen, den finanziellen Unterstützungen und anderen materiellen Hilfen unterstützen;
  • Menschen aller Altersklassen mit sozialen Problemen zuhören und unterstützen;
  • Soziale, psychologische, finanzielle, administrative und pädagogische Beratung ;
  • Eine spezifische und angemessene Information über alle in Luxemburg bestehenden Hilfeleistungen anbieten ;
  • Die Bedürftigen bei Bedarf an andere zuständige Dienststellen weiterleiten ;
  • Eine kurzfristige, mittelfristige oder langfristige soziale Begleitung gewährleisten;
  • Eine Finanzverwaltung garantieren ;
  • Die ersten Schritte bei sozialen Notfällen einleiten.

 

Durch das Gesetz vom 18. Dezember 2009, das die Sozialhilfe organisiert, gliedern sich die Gemeinden in 30 neue Sozialbüros mit geografisch begrenzten Kompetenzterritorien.

Das Luxemburger Rote Kreuz ist mit den Aspekten der Sozialarbeit in erster Linie sehr vertraut und übernimmt somit durch seine Sozialarbeiter die Umsetzung dieses Gesetzes in 16 Sozialbüros.

Das Gesetz zur Regelung der Sozialhilfe vom 18. Dezember 2009 trat am 1. Januar 2011 in Kraft

« Memorial A 260 vom 29.12.2009, S.5474 » (übersetzt ins Deutsche)

  • Es wird ein Recht auf Sozialhilfe für Bedürftige und ihre Familie geschaffen, das ihnen ermöglicht, ein Leben gemäß der menschlichen Würde zu haben.
  • Die Sozialhilfe gewährleistet den Zugang zu Gütern und Diensten, die der privaten Situation des Begünstigten angepasst sind, damit sie ihre Eigenständigkeit erlangen bzw. bewahren können.
  • Die Beihilfe erfolgt zusätzlich und ergänzt Sozialmaßnahmen und finanzielle Leistungen, die durch andere Gesetze und Regelungen für den Begünstigten vorgesehen sind und die der Betreffende auszuschöpfen hat.
  • Jede Person, die gemäß der geltende Gesetzgebung und des Art.4 des Gesetzes über die Sozialhilfe im Großherzogtum Luxemburg gemeldet ist, hat Anspruch auf Beihilfe
  • Die Beihilfe ist lindernder, helfender oder präventiver Natur und dient als soziale Begleitmaßnahme, die kurz-, mittel oder langfristig erfolgt.
  • Die Beihilfe wird durch das Sozialamt zugewiesen, das eine gemeinnützige Einrichtung mit Rechtspersönlichkeit ist.

 

Die Entscheidung zur Vergabe der Beihilfe:

  • wird durch den Verwaltungsrat des Sozialamtes getroffen
  • ist immer begründet
  • wird mittels eines eingeschrieben Briefs übermittelt oder dem Betroffenen direkt überreicht
  • kann durch Einspruch widerrufen werden

 

Die Aufgabenbereiche der Sozialämter sind:

  • der Empfang, das Informieren, die Orientierung
  • sozialpädagogische Beratung
  • Zugang zur Gesellschaft
  • Materielle Hilfe in geeigneter Art und Weise
  • Notunterkunft
  • Aktualisierung der Sozialversicherung
  • Ratschläge, Auskünfte und Vorgehensweisen bezüglich der Sozialmaßnahmen und finanziellen Unterstützung, die ihnen laut anderer Gesetze und Regelungen zustehen
  • Hilfe durch Zuhören, Beistand, soziale Begleitmaßnahmen
  • Bei Bedarf kann die Begleitung mit einer materiellen Hilfe versehen sein (Objekte oder Bargeld)

Das Luxemburger Rote Kreuz arbeitet mit 16 der insgesamt 30 Sozialämter (PDF) zusammen, die am 1. Januar 2011 gegründet wurden.

Das Personal wird vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Sozialhilfe. Der Präsident des Sozialamtes wird also vom Personal des Roten Kreuzes unterstützt, das unter der Leitung und der operationellen Autorität des Verwaltungsrates des Sozialamtes arbeitet.

 

Durch das Gesetz vom 18. Dezember 2009, das die Sozialhilfe organisiert, gliedern sich die Gemeinden in 30 neue Sozialbüros mit geografisch begrenzten Kompetenzterritorien.

Das Luxemburger Rote Kreuz ist mit den Aspekten der Sozialarbeit in erster Linie sehr vertraut und übernimmt somit durch seine Sozialarbeiter die Umsetzung dieses Gesetzes in 16 Sozialbüros.

Wöchentlich werden soziale Bereitschaftsdienste von den Sozialarbeitern in 25 Gemeinden angeboten.