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Methoden

Beantragung einer Intervention

Families First Luxembourg greift bei Familien in Krisensituation ein, um die Unterstützung der Familien nach Abschluss einer intensiven Betreuung durch andere Einrichtungen und Hilfsprogramme zu gewährleisten. Auf diese Weise wird die Fortdauer der geleisteten Hilfe garantiert.

FFL kommt ausschließlich auf Anfrage von Fachleuten zum Einsatz, wie etwa dem Jugendrichter, Sozialarbeitern des Sektors, Sozialarbeitern des Service Central d’Assistance Sociale (SCAS) usw.

Letztere haben die Möglichkeit, Families First Luxembourg telefonisch zu erreichen. Nachdem diese sich über die Verfügbarkeit von Families First Luxembourg informiert haben, können sie ein Formular beantragten, das mit Hilfe der Familie ausgefüllt werden muss, damit diese von Anfang an in das Vorhaben integriert ist.

Nachdem die Zielsetzungen und gewünschten Änderungen vom Antragsteller und der Familie angegeben wurden, leitet der Fachmann das Antragsformular an Families First Luxembourg weiter.

Schließlich wird das Datum des Eingriffsbeginns festgelegt.

Während der gesamten Intervention arbeitet Families First Luxembourg eng mit dem Antragsteller zusammen.

 

Ablauf

Die Zusammenarbeit zwischen dem Antragsteller und Families First Luxembourg ist in drei große Phasen aufgeteilt:

  • Ein erstes Treffen, das der Antragsteller mit der Familie organisiert. Der Antragsteller begründet den Eingriff und definiert die gewünschten Ergebnisse. Zu diesem Zeitpunkt kann die Familie selbst Zielvorstellungen einbringen.
  • Ein zweites Treffen findet etwa 3 Wochen nach der ersten Unterredung statt. Das zweite Treffen soll die während der ersten Begegnung vereinbarten Zielsetzungen bestätigen und präzisieren.
  • Ein letztes Treffen wird am Ende der 6 bis 8 wöchigen Einsatzzeit festgelegt. Hierbei werden die erreichten Änderungen diskutiert und die Auswertung der Situation vorgenommen. Nach Beendigung der Arbeit von Families First Luxembourg übernimmt der Antragsteller erneut die Betreuung der Familie.

Der Eingriff geschieht bei der Familie zuhause, dort wo sich die Familienmitglieder am wohlsten fühlen und wo die Beobachtungsarbeit über die Ressourcen und Schwierigkeiten der Familie am günstigsten ist.

Jede Woche sind mindestens drei Treffen mit der Familie vorgesehen. Der FFL-Betreuer kümmert sich höchstens um zwei Familien. Die Familie kann den FFL-Betreuer jederzeit erreichen. Während des Zeitraumes von sechs bis acht Wochen begleitet der Betreuer die Familie, um erste Veränderungen herbeizuführen.

Am Ende des Eingriffs sollte die Familie in einer stabilen Lage sein und wird gegebenenfalls in die notwendigen Hilfsstrukturen integriert.

Das Families First Luxembourg-Team wird regelmäßig von externen Instanzen überwacht. Zusätzlich werden wöchentlich Fallanalysen durchgeführt, um die Eingriffe bestmöglich mitverfolgen zu können.

 

Ansatz und Vorgehensweise

Families First Luxembourg geht vom Prinzip aus, dass Menschen in Krisensituation dazu bereit sind, ihr Leben zu ändern. Die Krise ist nichts Negatives, denn sie birgt Verbesserungspotenzial.

Die Einrichtung arbeitet vor allem mit Eltern und Kindern, zusammen und/oder einzeln.

Die Familie selbst weiß am besten über ihre Probleme Bescheid und ist somit für angestrebte Veränderungen und Lösungen verantwortlich. Die Experten des Dienstes agieren als Ratgeber und Begleiter auf den ersten Schritten. Indem die Fähigkeiten jedes Einzelnen angeregt werden, aktivieren die Fachleute mittels verschiedener Methoden die Ressourcen der gesamten Familie, wobei stets auf das Wohlbefinden der Kinder geachtet wird.

Was die Methoden und Techniken angeht, welche durch Families First Luxembourg Verwendung finden, sind diese verschiedenartig und jeweils an die Familie und ihre Probleme angepasst.

Von Families First Luxembourg angewandte Methoden und Techniken:

  • Auswertung der Familie / systematische Beurteilung
  • Hervorheben des Potenzials jedes einzelnen Familienmitglieds
  • Ausarbeiten der (kurzfristigen) Zielsetzungen zusammen mit der Familie
  • Planung des zukünftigen Verhaltens, konkreter Veränderungen und systemischen Eingreifens
  • Lösungsfindung bei Verhaltensprobleme in vier Schritten
  • Elternberatung – Förderung der Fähigkeiten
  • Krisenplan
  • Techniken zur Krisenbewältigung während der Abwesenheit des FFL-Betreuers
  • Lösungsfindung (welche sich am Konzept der kurzfristigen Therapie orientiert)
  • Re-Framing-Therapie / rational-emotionale Therapie
  • Feedback – Ermutigungen – Komplimente (auf die Rudolf Dreikurs-Methode basiert)
  • Umgang mit Trotz und Zorn
  • Aufmerksames Zuhören / messages moïques
  • Verstehen von Depression und Suizidgefahr
  • Case-management
  • Planung zur Weiterführung

Um die zu Einsatzbeginn gesteckten Ziele erreichen zu können, erhält die Familie Unterstützung, damit sie selbst formulierte Lösungen entwickeln, anpassen und im Alltag verwirklichen kann. Durch Aufbauen auf eigene Fähigkeiten und mit professioneller Unterstützung kann die Familie auf diese Weise und in ihrem eigenen Rhythmus einen Neuanfang wagen.

 

Einsatzkriterien

Families First Luxembourg arbeitet mit Familien:

  • in denen ein oder mehrere Kinder von der Aufnahme in eine externe Einrichtung bedroht sind;
  • in Krisensituation, welche die Familie weder allein noch mit Hilfe ihrer üblichen oder intensiven Betreuung sozialer Einrichtungen bewältigen können;
  • in denen mindestens ein Elternteil zur Zusammenarbeit bereit ist.

Families First Luxembourg kommt nicht zum Einsatz:

  • wenn die Eltern trotz vorangegangener intensiver Beratung die Aufnahme ihres Kindes in eine externe Einrichtung wünschen;
  • wenn die Kinder ihre Familie um jeden Preis verlassen wollen (dieser Wunsch wird selbstverständlich genauestens überprüft);
  • wenn schwerwiegende Probleme eine sofortige Aufnahme des Kindes in eine externe Einrichtung erfordern und rechtfertigen (sexueller Missbrauch, psychische oder körperliche Gefährdung des Kindes);
  • wenn Suizidgefahr besteht;
  • wenn die familiären Probleme durch eine schwere Krankheit bedingt sind.

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