Methoden

Im Therapiezentrum „Kannerhaus Jean“ werden im Rahmen einer humanistischen Herangehensweise Körper, Geist und Seele des Menschen, sowie sein soziales Umfeld berücksichtigt. Die Natur und die Tiere sind unter diesem Gesichtspunkt sehr nützlich.

Die respektvolle, annehmende Arbeitsweise ist darauf ausgerichtet, die Stärken der Kinder und Erwachsenen zu aktivieren und zu fördern.

Was die Kinder betrifft, wird die meiste Zeit ein „Medium“eingesetzt, d.h. eine Art „Vermittler“, um den Zugang zu seinem Inneren zu erleichtern.

Eingesetzte Medien sind:

  • Tiere (Pferde, Hunde, Kleintiere…)
  • Kunst
  • Puppenspiel
  • Musik und Tanz
  • Spiel
  • Abenteuer

Für die Eltern bieten wir:

  • Einzel-, Paar- und Familiengespräche
  • Eltern/Kind-Therapie
  • Gruppen zum gegenseitigen Austausch und zur Unterstützung
  • Elterntraining nach dem STEP© Konzept (Systematic raining for Effective Parenting)

Des Weiteren umfasst unser Angebot:

  • Erlebnispädagogik
  • Schulische Fallbegleitung

Unser interdisziplinäres Team besteht aus:

  • Psychologen
  • Diplomierten Erziehern
  • Heilpädagogen
  • Ergotherapeuten
  • Spezialisierten Lehrern

Alle Mitarbeiter haben eine zusätzliche therapeutische oder pädagogische Ausbildung absolviert.

 

Therapie mit Tieren

Tiere haben die besondere Fähigkeit, jeden Menschen bedingungslos anzunehmen. Sie erleichtern sowohl Kindern als auch Erwachsenen den oftmals schwierigen Schritt, sich auf eine Beziehung mit einem Therapeuten einzulassen.

In unserem Zentrum kommen insbesondere Pferde, Hunde und Kleintiere zum Einsatz. Pferde bringen den Menschen vermehrt mit seinem ganzen Körper in Kontakt und erlauben ihm, die äußerst tiefgreifende Erfahrung des Getragenwerdens zu erleben. Der warme, schwingende Pferderücken bietet eine starke und tragende Stütze, welche ein Gefühl des Aufgehobenseins auslösen kann. Somit wird das unmittelbare Spüren von verschütteten Gefühlen wie z.B. Freude, Wut oder Trauer in diesem schützenden Rahmen möglich. Seelische Wunden werden ansprechbar, aber auch die eigene Kraft wird im Körper als verborgenes Potential wiederentdeckt.

Durch dieses Zusammenfinden von Körper, Geist und Seele kann ein Prozess ganzheitlicher Heilung initiiert und positiv unterstützt werden.

 

Die Kunsttherapie

„Jeder Mensch ist ein Künstler“ (J. Beuys) – jedes Kind erst recht. Kinder haben oft von sich aus das Bedürfnis, Eindrücke aus ihrer Umgebung, positive sowie negative Erlebnisse, Gefühle und Gedanken kreativ bildnerisch auszudrücken. Etwas Belastendes in ein Bild zu bringen, kann entlastend wirken. Das Gestalten positiver Bilder kann gute innere Bilder erzeugen und verstärken.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Wenn das Sprechen über Dinge schwierig ist, kann die Kunsttherapie eine Alternative sein. Durch den kreativen Prozess bekommt der Mensch wieder Zugang zu seinen Stärken und Blockaden lösen sich.

 

Therapeutisches Puppenspiel

Bei dieser Therapie hat das Kind die Möglichkeit, sich eine bestimmte Puppe auszusuchen oder eigene Charaktere zu kreieren, denen es im Laufe des Spiels Leben verleiht.

Der erste Schritt besteht darin, dass das Kind Themen darstellt, die es beunruhigen sowie die Schwierigkeiten, denen es begegnet und die es in seiner Entwicklung stören. Im zweiten Schritt versucht der Therapeut gemeinsam mit dem Kind Lösungen zu erarbeiten. Auf der Puppenbühne werden die genannten Themen durchlaufen und die neu erworbenen Kompetenzen so lange durchgespielt, bis das Kind sie verinnerlicht und in sein Alltagsleben integriert.

Diese Methode ermöglicht es dem Kind einerseits seine eigenen Stärken zu entdecken und Lösungen auf seine Probleme zu finden und regt andererseits seine Kreativität an.

Überall auf der Welt verwirklich sich Kinder durch Spielen.

Die Spieltherapie nutzt das natürliche Spielbedürfnis des Kindes, um ihm die Möglichkeit zu bieten, das Erlebte in Szene zu setzen und zu verarbeiten, alternative Handlungsweisen zu erproben und ein besseres Selbstverständnis zu erlangen. Der sichere Rahmen des Spielerischen ermöglicht es dem Kind, mit seinen Gefühlen – Ängsten, Aggressionen, Überlastung – auf ungefährliche Weise Erfahrungen zu machen. Zudem führt es dazu, dass das Kind lernt, sich selbst besser zu verstehen. Im Spiel findet das Kind gemeinsam mit dem Therapeuten Bewältigungsmöglichkeiten für Schwieriges und Beängstigendes.

 

Die Ergotherapie

Handwerkliche Aufgaben, kreative und spielerische Ausdrucksmöglichkeiten, psychomotorische Bewegungsangebote, Entspannung, etc. – die Methoden in der Ergotherapie sind vielfältig. Sie orientieren sich am jeweiligen Entwicklungsstand und den individuellen Bedürfnissen des Kindes. Die Ergotherapie bietet einen Entwicklungsraum, in dem das Kind vorhandenes Potential entdecken, entfalten und Defizite aufholen kann. Durch die Vermittlung von Erfolgserlebnissen wird Motivation geschaffen und Stärken können aktiviert werden. Die Ergotherapie soll das Kind dazu bringen, seinen schulischen, familiären und sozialen Alltag zu bewältigen.

 

Psychomotorik und Erlebnispädagogik

Der Begriff „Psychomotorik“ verdeutlicht die enge Verbindung des Körperlich/Motorischen mit dem Geistig/Seelischen. Kinder nehmen Sinneseindrücke mit dem ganzen Körper wahr und drücken Gefühle mit dem ganzen Körper aus. Über Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen werden grundlegende Lernprozesse in Gang gesetzt, welche motorische, kognitive und soziale Kompetenzen erweitern.

Die Erlebnispädagogik nutzen wir im therapeutischen Alltag um die Elemente Natur, Erlebnis und Gemeinschaft miteinander zu verbinden. Sie trägt zur zwischenmenschlichen Begegnung bei und eröffnet neue Sichtweisen zu sich selbst und anderen. Abenteuer und Initiativaufgaben/-spiele werden als Medium genutzt, um auf Veränderungen neugierig zu machen und Entwicklung zu fördern.

Auch die Eltern sind zu verschieden Projekten eingeladen, die auf der Erlebnistherapie beruhen. Sie können den neuen Rahmen nutzen, um neue Erfahrungen gemeinsam mit ihrem Kind zu erleben.

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