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Verhaltenskodex

Das Luxemburger Rote Kreuz richtet regelmäßige Appelle an die Großherzigkeit der Luxemburger Bevölkerung zur Unterstützung seiner gemeinnützigen Missionen sozialen, sanitären und humanitären Charakters.

Sich seiner Informationspflicht bewusst, und in dem Bestreben das Vertrauen der Spender sicherzustellen, hat das Luxemburger Rote Kreuz im Jahre 2007 – zusammen mit vier anderen im sozialen, sanitären und humanitären Bereich tätigen Vereinigungen ohne Gewinnzweck – einen „Verhaltenskodex für die an die Großzügigkeit der Öffentlichkeit appellierenden Organisationen“ verfasst und sich ihm unterstellt.

 

Verhaltenskodex für die an die Großzügigkeit der Öffentlichkeit appellierenden Organisationen

Gewisse Vereinigungen ohne Gewinnzweck, Stiftungen und andere Einrichtungen öffentlichen Nutzens appellieren regelmäßig an die Großzügigkeit der Einwohner Luxemburgs zur Unterstützung ihrer gemeinnützigen Missionen auf sozialem und humanitärem Gebiet.

Sich ihrer Informationspflicht bewusst, und im Bestreben das Vertrauen ihrer Spender zu erhalten und zu wahren, haben das Luxemburger Rote Kreuz, die Alzheimer-Stiftung, Caritas Luxemburg, die Stiftung „Kräizbierg“ und die Luxemburger Stiftung gegen den Krebs – fünf gemeinnützige Organismen die im humanitären und sozialen Bereich aktiv sind (nachstehend „Mitgliedsorganisationen“ genannt) – am 13. Februar 2007 einen „Verhaltenskodex für die an die Großzügigkeit der Öffentlichkeit appellierenden Organisationen“ verfasst und sich ihm unterstellt.

Bei der Ausarbeitung des Verhaltenskodex’ wollten die Mitgliedsorganisationen Antwort geben auf die legitimen Fragen, die sich die Spender stellen, und zwar:

  • Nach welchen Kriterien kann ich beurteilen, ob meine Spende optimal und gemäß der vorgesehenen Bestimmung eingesetzt wird?
  • Wie kann ich mich über die unternommenen Aktionen informieren?
  • Wie werden diese Aktivitäten verwaltet und kontrolliert?
  • Wie funktioniert die jeweilige Organisation?

Durch die Unterzeichnung dieses Kodex’ formalisieren die Mitgliedsorganisationen meist bereits bestehende Engagements und Praktiken. Sie bekunden ihre Bereitschaft zur Transparenz und ihre moralische Verpflichtung den Spendern regelmäßig Rechenschaft abzulegen.

Am 20. November 2008 haben vier weitere gemeinnützige Vereinigungen sich dem Verhaltenskodex für die an die Großzügigkeit der Öffentlichkeit appellierenden Organisationen angeschlossen: die Stiftung „Hëllef fir d’Natur“, die Stiftung „Jean Hamilius Jr:“, „Omega 90 asbl“ und „SOS Faim Luxembourg“.

 

Die sechs einzuhaltenden Verpflichtungen

Um „Spenden im Vertrauen“ zu ermöglichen, engagieren sich die Mitgliedsorganisationen folgende sechs Verpflichtungen zu respektieren:

1. Die Rechte der Spender

Die Spender haben Recht:

  • auf eine umfassende Information über die erbetene Spende
  • auf eine offizielle Bestätigung ihrer Spende innerhalb eines vernünftigen Zeitraums
  • auf den Respekt der Zweckbestimmung der Gelder
  • auf eine schnelle und ehrliche Antwort bezüglich ihrer Informationsanfragen
  • auf eine schnelle und angepasste Antwort im Falle einer Beanstandung

2. Eine uneigennützige Verwaltung

Die Mitgliedsorganisationen verpflichten sich:

  • keine Zahlungen an die Verwaltungsratsmitglieder zu tätigen
  • weder direkt noch indirekt Gewinne zu verteilen
  • keine Aktiva an die Sympathisanten der Mitgliedsorganisationen oder deren Anspruchsberechtigte zu vergeben
  • den Angestellten der Mitgliedsorganisationen weder das aktive noch das passive Wahlrecht zu dem für die Organisation zuständigen statutarischen Organ zu geben

3. Eine strenge Verwaltung

Die Mitgliedsorganisationen engagieren sich:

  • Prozeduren und Kontrollen aufzustellen, die es ermöglichen, die Richtigkeit und Wirksamkeit ihrer Verwaltung sicherzustellen
  • die Auswahl der Lieferanten in objektiver und durchschaubarer Manier zu treffen
  • einen Modus zur Behandlung der Spenderklagen einzuführen und mindestens einmal im Jahr dem Direktionsorgan Bericht über die Anzahl, die Art und die Behandlung der Klagen zu erstatten

 

4. Eine untadelige Kommunikationsstrategie

Die Mitgliedsorganisationen verpflichten sich:

  • dem Publikum und ihren Spendern verlässliche, redliche, präzise und objektive Informationen zu vermitteln
  • die Würde der Spendenbezieher zu wahren; das Bild der menschlichen Not nicht missbräuchlich auszubeuten, keinerlei Form von Diskriminierung gutzuheißen und nicht zur Gewalt anzustiften
  • den Spendern einen Aktivitätsbericht des jeweiligen Vorjahres vorzulegen, der insbesondere die Summe der beim Publikum gesammelten Spenden sowie deren Verwendung beinhaltet

 

5. Einwandfreie Spendensammel-Aktionen

Die Mitgliedsorganisationen gehen die Verpflichtung ein:

  • Sammelaktionen nur im Respekt der Spender durchzuführen
  • jede von einem Dritten durchgeführte entgeltliche Sammelaktion durch eine schriftliche Konvention zu regeln und das Publikum darüber in Kenntnis zu setzen
  • den Spendensammlern keine direkten oder indirekten Vorteile proportional zu den gesammelten Spenden zuzugestehen
  • sich die nötigen finanziellen Mittel nur mit Rechtschaffenheit und vertretbaren Ausgaben zu beschaffen
  • ihre Spenderlisten nicht zu verkaufen, zu vermieten, zu verteilen oder auszutauschen

 

6. Finanzielle Transparenz gegenüber den Spendern

Die Mitgliedsorganisationen engagieren sich:

  • eine reguläre Buchhaltung zu unterhalten und einen jährlichen Kontenabschluss zu erstellen, der die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung mitsamt Anhang enthält, sowie am Ende eines jeden Rechnungsjahres einen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorzulegen
  • die Jahreskonten von einem Betriebsprüfer kontrollieren zu lassen, der von dem zuständigen statutarischen Organ bestimmt wird
  • die Jahreskonten, den Verwaltungsbericht und den Bericht des Betriebsprüfers an ihrem Sitz zur Einsicht durch den Spender zur Verfügung zu halten

 

Im Vertrauen spenden – Don en confiance

Weil jeder Spender das Recht hat zu erfahren, wie sein Geld verwendet wird und ob es gut verwaltet wird, weil jede Stiftung oder Vereinigung eine Verpflichtung gegenüber seiner Spender hat, wurde am 18. Januar 2011 der Verein „Don en Confiance Luxembourg“ gegründet.

Aufgabe des Vereins ist es durch die Akkreditierung, die er seinen Mitgliedern zukommen lässt, strenge Richtlinien zu verbreiten, die eine Spende im Vertrauen ermöglichen.

Jede gemeinnützige Einrichtung, die an die Großzügigkeit der Öffentlichkeit appelliert, sei es im Bereich des Sozialen, der humanitären Hilfe oder des Naturschutzes kann Mitglied des Vereins werden. Die Einrichtung, die sich um eine Mitgliedschaft bewirbt, muss einen Verhaltenskodex beachten, der folgende Themen betrifft:

 

  1. die Rechte des Spenders
  2. eine gemeinnützige Geschäftsführung
  3. eine strenge Verwaltung
  4. eine einwandfreie Kommunikation
  5. eine einwandfreie Mittelbeschaffung
  6. finanzielle Transparenz gegenüber dem Spender

Die Mitglieder des Vereins verpflichten sich nicht nur diesem Verhaltenskodex, sondern akzeptieren auch die Kontrollen, denen sie unterzogen werden.

Laden Sie sich die  herunter.

Pressemitteilung (PDF)

Für mehr Informationen, besuchen Sie www.donenconfiance.lu.

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