Schloss und Park
Das Schloss
Das Schloss Colpach ist nahe dem Zusammenfluss des kleinen Bachs von Colpach und der Attert gelegen, inmitten einer Landschaft, die den Übergang zwischen der Ardenner Hochebene des Oesling und den niedriger gelegenen Hochflächen des „Gutlands“ darstellt. Ursprünglich wurde das Schloss Colpach als Festung mit Wassergraben gebaut, das sich nach dem Beispiel der nahegelegenen Festungen in den Tälern der Attert, Ell und Everlange die Vorteile der natürlichen Gegebenheiten zu Nutzen macht.
Am 27. Januar 1917 kaufte der ARBED-Direktor Emile Mayrisch das Schloss und dazu das 33 ha große Gelände auf. In den Jahren von 1917 bis 1920 ließ er das Schloss vom Architekten Sosthène Weis erweitern und in den nüchternen und eleganten Landhaus-Stil umwandeln.
Ab 1917 ließ sich Frau Mayrisch-de Saint Hubert von einem Landschaftsarchitekten in Sachen „Renovierung eines sehr alten Parks“ beraten. Die von den Mayrischs veranlassten Änderungen betrafen vor allem die Umwandlung des vorherigen Gemüsegartens in einen Lust- und Nutzgarten, den Bau einer hölzernen Gartenlaube, die Umsetzung des Verlaufs neuer Alleen und die wohlbedachte Aufstellung von Bronzestatuen im Park („Centaure Mourant “ von Emile Antoine Bourdelle und „Jeune Homme qui se lève “ von Charles Despiau).
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war Colpach Aufenthaltsort und Plattform für Begegnungen vieler Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Literatur und Kunst aus ganz Europa. Die prächtige Schlossbibliothek im ersten Stock wird zu Recht als „Heiligtum“ oder auch als Ort der Erinnerung bezeichnet, dem die heutigen Generationen den Namen „Seele von Colpach“ geben.
Frau Emile Mayrisch-de Saint Hubert verstarb am 20. Januar 1947 auf ihrem Anwesen in Cabris. Ihr ganzes Leben lang hatte sich Frau Mayrisch unermüdlich für soziale Zwecke eingesetzt, mit dem Drang, menschliche Leiden in all seinen Formen zu lindern. In Einverständnis mit ihrer einzigen Tochter stiftete sie das Schloss und Gelände von Colpach dem Roten Kreuz. Der Plan, in Colpach ein Kinderheim einzurichten, wurde schnell zugunsten der Schaffung eines Erholungs- und Genesungszentrum verworfen, das für alle Bevölkerungsschichten offen sein sollte.
Die Stiftung ist darauf ausgerichtet Menschen aufzunehmen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden und zusätzliche Zeit zur Erholung brauchen, die überarbeitet sind oder sonst in schlechter Verfassung. Die Stiftung öffnete 1949 ihre Pforten, anfangs mit 50 Betten im Schloss selbst. Das Colpacher Flair (die Ruhe, die Abgeschiedenheit, der Park, die Bewaldung, …) zog so viele Menschen auf der Suche nach einer Zuflucht und nach Heilung an, dass eine Ausweitung der Aufnahmekapazitäten sich aufdrängte. Durch die 1954 fertiggestellten Erweiterungsarbeiten konnte eine größere Anzahl an Patienten aufgenommen werden.
Das Rote Kreuz startete 1997 Renovierungsarbeiten des Zentrums, da die bestehenden Infrastrukturen weder der gültigen Reglementierung noch den Anforderungen hinsichtlich des Genesungskonzepts entsprachen.
Seitdem arbeitet das Rote Kreuz stetig an der Verbesserung des therapeutischen Angebots und dem Erhalt des wertvollen Erbes des Geländes, das 2002 zum „monument national“ ernannt wurde.
Der Park
Der Colpacher Schlosspark befindet sich in einer majestätischen Landschaft, die durch den Übergang von der Ardenner Hochebene auf die niederen Hochflächen des Gutlands kennzeichnet ist.
Die Statuen im Park, die Frau Mayrisch sehr am Herzen lagen, zeichnen sich durch ihren unverkennbaren künstlerischen Wert aus. Die Bronzestatuen wurden zwischen 1920 und 1930 aufgestellt und verleihen dem Park die Atmosphäre eines Freiluftmuseums.
Inmitten des 33ha großen Parks liegt der Gesundheitspark, der zweifellos therapeutisch gesehen zur guten körperlichen und psychologischen Erholung der Patienten beiträgt.
Im Park befinden sich unterschiedliche therapeutische Parcours:
Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade beim Training:
- der Muskeln
- der Atmung
- des Kreislaufs
Unterschiedliche Längen:
- der Strecken für Ausdauertraining
- der Gehwege
Unterschiedliche Bodenbeläge zum Üben:
- der Sturzprävention
- der Benutzung einer technischen Stütze
Der Park soll auch die Sinne des Spaziergängers zum Leben erwecken:
- Riechen
- Fühlen
- Schmecken
- Sehen
- Hören
Der Spaziergänger kann auch jederzeit den Garten des Parks besuchen.
Diese Spaziergänge unterstützen den Körper dabei, wieder in Einklang mit seinem Umfeld zu kommen. Sie tragen auch positiv zur Wiedererlangung der körperlichen Kräfte und zur Wiedereingewöhnung in das Leben außerhalb des Genesungszentrums bei.






