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Pflegefamilie

In einem Klima des Vertrauens kann die Pflegefamilie dem Kind Zuneigung, sowie die nötigen materiellen und moralischen Bedingungen bieten, die es für seine körperliche, intellektuelle und psychologische Entwicklung benötigt. Die Vergangenheit, die Persönlichkeit, die familiärer Geschichte, genau so wie das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit des Kindes werden stets beachtet und respektiert.


Der respektvolle Umgang zwischen den leiblichen Eltern und der Pflegefamilie ist eine unentbehrliche Bedingung für den Erfolg der Unterbringung des Pflegekindes.

 

 

 

 

 

Die besten Chancen auf eine erfolgreiche Betreuung des Kindes haben Familien, die flexibel und offen gegenüber Veränderungen sind und auch:

  • einen respektvollen Umgang mit sozialen Unangepasstheiten haben
  • keine vorgefassten Ideen über die Entwicklung eines Kindes haben
  • nicht die Verhaltensstörungen des Kindes verdrängen
  • ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen
  • fähig sind, die Grenzen des Kindes zu akzeptieren
  • sich langfristig für die Entwicklung des Kindes einsetzen
  • das Kind in seiner Evolution unterstützen
  • nicht verlangen, die leiblichen Eltern vollkommen zu ersetzen
  • nicht vom Kind verlangen, dass es sich verändert
  • akzeptieren, sich dem Kind schrittweise zu nähern und zu helfen

Ihre Rolle besteht darin:

  • dem Kind ein offenes Ohr zu bieten
  • das Kind in seiner Entwicklung in verschiedenen Bereichen aufmerksam zu beobachten: affektive, soziale, motorische, verbale und kognitive Fähigkeiten
  • dem Kind zu helfen, sich selbst zu schätzen und Selbstvertrauen zu erlangen
  • dem Kind eine positive Sicht auf das Leben und die Welt zu vermitteln
  • dem Kind dazu verhelfen, Unabhängigkeit zu erlangen
  • dem Kind zufriedenstellende materielle Bedingungen bieten: jedes Kind sollte seinen persönlichen Freiraum sowie seinen Bedürfnissen angepasste Möbel besitzen (eigenes Zimmer)
  • die Besuche der Betreuer des Kinderpflegedienstes zu akzeptieren und sich zu verpflichten dem Betreuer die Beobachtungen und Sorgen mitzuteilen
  • regelmäßig Arzttermine wahrnehmen (Impfungen, regelmäßige Aktualisierung des Gesundheitsausweises, vorbeugende und heilende Behandlungen, Kind während Krankenhausaufenthalten zu besuchen)
  • an seinem schulischen Leben teilzunehmen (Kontrolle und Hilfe bei den Hausaufgaben, Treffen mit den Lehrern…) mit Einbindung des Betreuers des Pflegekinderdienstes und der leiblichen Eltern
  • die pädagogischen Maßnahmen zu unterstützen und zu befürworten, die für die familiäre und soziale Eingliederung notwendig sind
  • durch geeignete Aktivitäten die Öffnung des Kindes gegenüber seinem Umfeld unterstützen
  • sich an gezielten Unterstützungen zu beteiligen (psychologische Hilfe, Rehabilitation, und andere Betreuungsmaßnahmen…)
  • den administrativen Anforderungen in Übereinkunft mit dem Kinderpflegedienst nachzukommen
  • dem Kind den richtigen Umgang mit (Taschen-)Geld beizubringen
  • die Interessen des Kindes in die Ferienplanung mit einzubeziehen
  • dem Kind zu ermöglichen, seine Familie sowie alle Personen, die ihm wichtig sind, zu besuchen (in Einverständnis mit dem Gericht und des Pflegekinderdienstes)
  • dem Kind den Zugang zu Dingen zu ermöglichen, die seinen Lebensweg geprägt haben (Fotos, Spielzeuge, Zeichnungen, verschiedene Gegenstände, Kleidungsstücke…)

Die Familie informiert den Betreuer des Kinderpflegedienstes schnellstmöglich über jeden schwerwiegenden Vorfall das Kind betreffend.

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