Angebote

Die „Aidsberodung“ setzt sich zum Ziel, Menschen die mit dem HIV leben oder an Aids erkrankt sind sowie deren Umfeld, zu begleiten und ihnen eine sozial-emotionale Unterstützung und Betreuung zu bieten.

Zuhören als Medizin

„Die Fachleute und Freiwilligen der ‘Aidsberodung’ sind gut informiert. Sie können mit uns über alles was Sie beschäftigt reden: Sexualität, Homosexualität, Tod, Wut, Kummer, Hoffnung, Machtlosigkeit. Wir können auf Ihren Wunsch hin bei Ihren Angehörigen oder Nahestehenden intervenieren. Psychologische Unterstützung bieten wir in unseren Einrichtungen, im Krankenhaus sowie bei Ihnen zuhause.“

Laurence Mortier, Psychologin

Die Diagnose „HIV-positiv“ zieht meistens ein Schock und Momente der Mutlosigkeit mit sich. Die unmittelbaren Folgen auf eine Diagnose sind u.a.: mit neuen Partnern über „safer sex“ zu reden, mit anderen über die Krankheit zu sprechen usw. Es erweist sich als eine große Herausforderung, über seine Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Wut, Ungerechtigkeit oder Schuld, Ekel, Hoffnung usw. zu sprechen.

Das multidisziplinäre Team sieht sich verpflichtet das Berufsethos für Gesundheitsfachleute zu respektieren und gewährleistet dem Klienten gegenüber die Schweigepflicht und Anonymität.


Sozialarbeit

Ein Schwerpunkt für Menschen mit HIV liegt darin ihnen einen dynamischen und aktiven Lebensrhythmus durch Unterstützungsangebote zu erhalten indem z.B. Zugänge zur Gesundheitsversorgung erleichtert werden, sich für Sozialrechte (HIV-positiv zu sein darf z.B. kein Grund für die Entlassung oder die Verweigerung einer Arbeitsstelle sein) eingesetzt wird oder sie das Angebot der Wohneinrichtung mit betreutem Wohnen nutzen können.

Um gegen Ausgrenzung und Überschuldung vorzugehen nimmt die „Aidsberodung“ soziale Vorbeugungsmaßnahmen vor: eine ganzheitliche Situationsanalyse und eine individualisierte Beratung in Bezug auf das Arbeitsrecht und die soziale Absicherung bieten eine objektive Entscheidungenhilfe.

Die Klienten werden in allen Krankheitsstadien unter Berücksichtigung ihrer Entscheidungsfreiheit begleitet. Der Klient selbst kann über die ihm angebotenen Dienstleistungen frei verfügen d.h. sie auswählen, akzeptieren oder ablehnen.

 

Ambulante und Stationäre Wohneinrichtung

img_aidsberodung_MaisonHenriDunant_710pxDie „Aidsberodung“ bietet Menschen mit HIV mit finanziellen oder psychologischen Schwierigkeiten die Möglichkeit eine Wohnung im betreuten Wohnen der Einrichtung in Anspruch zu nehmen.

Das betreute Wohnen im Haus „Henri Dunant“ bietet während des Zeitraumes, der für die soziale und/oder wirtschaftliche Wiedereingliederung benötigt wird, eine vorübergehende Wohnmöglichkeit. Die Mietkosten werden der sozioökonomischen Lage des Bewohners angepasst. Das multidisziplinäre Team der „Aidsberodung“ gewährleistet während und nach dem vorübergehenden Aufenthalt eine professionelle (Nach-)Betreuung.

Anfragen können unmittelbar bei der „Aidsberodung“ oder über einen Arzt, eine soziale oder eine medizinische Einrichtung vorgenommen werden.

 

Psychosoziale Arbeit in den Vollzugsanstalten

Durch die Kooperation zwischen „Aidsberodung“, Centre Hospitalier, SCAS, Service Psycho-Socio-Educatif und denen der Krankenstation des Centre Pénitentiaire profitieren Personen im Gefängnis mit HIV/AIDS von einer regelmäßigen psycho-sozialen Betreuung die ihnen hilft mit HIV im Strafvollzug zu leben und ihre Entlassung bestmöglich vorzubereiten. Die Professionellen der “Aidsberodung“ besuchen die Gefangenen mit HIV, bieten ihnen eine psychologische Unterstützung und medizinische Betreuung an. Letztere soll zu einer optimierten Medikamenteneinnahme, auch nach der Entlassung führen. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden im Strafvollzug ermöglicht es die „Aidsberodung“ den Strafgefangenen eine Krankenversicherung bereits bei der Entlassung vorliegen (affiliation à la caisse de maladie) bzw.

Aufenthaltsgenehmigung(-bestimmung) oder Zugang zu den benötigten Medikamenten, einer Wohnung oder dem Mindestlohn zu haben. 2010 haben 17 Personen mit HIV eine Betreuung in Anspruch genommen. Darunter 8 die während dem laufenden Jahre entlassen worden sind wovon 6 vorerst im Haus „Henri Dunant“ eine Wohnung gefunden haben. Jeder Gefangene erhält die Möglichkeit an einer Informationsstunde über HIV/AIDS in luxemburgischer, französischer, portugiesischer oder englischer Sprache teilzunehmen.

 

HIV-Test

Ein kostenloser und anonymer HIV-Test kann ohne vorvereinbarten Termin von montags bis freitags 7:30 bis 20 Uhr im „Centre Hospitalier de Luxembourg“ und von montags bis freitags von 7:30 bis 16 Uhr im „Laboratoire National de Santé“ durchgeführt werden.

Das Resultat eines HIV-Tests ist erst 12 Wochen nach einer möglichen Infektion zuverlässig.